Hufrollenentzündung

Bei der Hufrollenentzündung bzw. dem Podotrochlose-Syndrom handelt es sich um Arthrose des Hufrollenkomplexes. Sie gehört zu den chronischen deformierenden Osteoarthropathien und ist die häufigste Lahmheitsursache der Vordergliedmaßen. Früher wurde diese Krankheit als Entzündung angesehen, es handelt sich hierbei aber um eine degenerative Veränderung des Strahlbeins wegen mangelnder Blutversorgung und Umbauvorgängen in den Knochen.

Aufbau des Hufrollenkomplexes

Um diese degenerative Erkrankung verstehen zu können, sollte man sich zunächst den Aufbau des Hufrollenkomplexes vors Auge führen. Es handelt sich hier um einen mechanischen Komplex im inneren des Hufes, der aus tiefer Beugesehne, Hufrollenschleimbeutel zwischen Sehne und Strahlbein, Strahlbein (= Unterstützungsknochen, der an der Schnittstelle zwischen Hufbein und Kronbein liegt), Hufbein, Kronbein und Haltebändern besteht.

Die tiefe Beugesehne setzt am Hufbein an und zieht sich über das Strahlbein hinweg. Das Hufbein, Strahlbein und Kronbein bilden das Hufgelenk.

Verlauf

Eine mangelhafte Durchblutung des Strahlbeins führt zu einer Minderversorgung des Strahlbeins und zur Erweiterung der Blutgefäße. Die Knochensubstanz des Strahlbeins beginnt sich aufzulösen (Osteolyse). Die Veränderungen greifen allmählich immer mehr auch auf die tiefe Beugesehne und die Haltebänder über und führen zu einer Degeneration der Sehnenfasern.

Diese Vorgänge verursachen Schmerzen und Lahmheiten beim Pferd. Anfangs äußert sich dies nur in einem unsicheren Gang, häufigem Stolpern und kurzen Schritten, die oft nach einer Einlaufphase wieder verschwinden.

Pferde mit engen Hufen sind am häufigsten betroffen, denn sie haben meist eine schlechte Durchblutung. Aber auch flachgewinkelte Hufe führen zu stärkerer Belastung des Strahlbeins durch die tiefe Beugesehne.

Diagnose

Zur Diagnose der Hufrollenentzündung ist zunächst eine klinische Untersuchung notwendig. Hierbei wird das Pferd in allen Gangarten auf verschiedenen Bodenarten aus der Ruhe heraus vorgeführt.
Aber auch eine Betäubung des Hufrollenkomplexes kann Klarheit verschaffen. Geht das Pferd dann plötzlich lahmfrei, weiß man, dass hier das Problem zu suchen ist.

Immer öfter findet aber auch die Druckmessung ihre Anwendung. Hierbei wird eine Kanüle von vorne in das Hufgelenk geführt und eine zweite Kanüle von hinten knapp oberhalb des Kronsaums in den Schleimbeutel. Die beiden Kanülen sind mit einem Messgerät verbunden, das den Druck in Millimeter Quecksilber (mmHG) im Hufgelenk misst. Bei Entzündungen wird die Gelenkflüssigkeit wässrig. Da sie sich aber im Hufgelenk nicht ausdehnen kann, steigt der Druck. Werte bis 10 mmHG sind normal anzusehen, liegen diese aber über 40 mmHG, so ist das Pferd mit Sicherheit erkrankt.

Behandlung

Eine Heilung ist wie bei allen Arten von Arthrose nicht möglich. Der Verlauf kann lediglich verlangsamt werden. Grundsätzlich sind hier eine lange Ruhezeit und eine gute Hufbehandlung mit orthopädischem Beschlag von großer Bedeutung. Das Abrollen sollte dem Pferd erleichtert werden, der Huf passen zum Fesselstand gestellt und der Druck der tiefen Beugesehne auf das Strahlbein verringert werden.

Auch können Entzündungshemmer und Mittel zur Durchblutungsförderung verabreicht werden. Bei dauerhafter Anwendung empfiehlt es sich hier aber, aufgrund der negativen Nebenwirkungen auf pflanzliche Heilmittel zurückzugreifen. Einen positiven Effekt erbringen hier z. B. Kräutermischungen, wie Fit und Aktiv oder Gelenk-Power Extra, die spezielle Kräuter, wie Brennessel, Teufelskralle, Löwenzahn oder Mädesüß enthalten, die entzündungshemmend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirken.
Teilweise kann auch die Stoßwellentherapie ihren Teil zur Besserung beitragen.

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