Schale
Schale tritt bevorzugt an den Vorderbeinen auf. Es handelt sich hierbei um Knochenzubildungen an Fesselgelenk, Kron- und Hufbein.
Man unterscheidet zwischen
hoher Schale, die sich vom unteren Ende des Fesselgelenks bis zur Mitte des Kronbeins zieht.
gelenksnaher Schale, die nur die glatten Flächen der Knochen betrifft und nicht in den Gelenkspalt hineinwächst. Häufig bleibt sie unerkannt, da nicht zwangsweise eine Beeinträchtigung für das Pferd entstehen muss.
und Gelenkschale, die auch die Gelenksflächen betrifft und die gefährlichste Form der Schale ist, da sie meist eine starke Entzündung im Gelenk auslöst.
Ursachen
Schläge, Stöße oder Tritte können mögliche Ursachen für die Entstehung von Schale sein. Aber auch Reizungen der Knochenhaut, die zu einer unkontrollierten Bildung von Knochensubstanz führen, Stellungsfehler oder zu lange Beschlagsintervalle können Schale auslösen.
Häufig ist aber die ständige Überbelastung des Pferdes der Grund, dass Schale entsteht. Zu enge Wendungen, ständiges Reiten auf der Vorhand oder das Fehlen der Warmreitephase vor der eigentlichen Arbeit sind hier Ursachen.
Symptome
Anfangs zeigt sich nur eine geringe Lahmheit, die nach einer längeren Einlaufphase oder Schonung wieder verschwindet. Mit der Zeit verstärkt sich die Lahmheit aber.
Diagnose
Eine Klarheit über eine mögliche Erkrankung an Schale verschafft nur die Röntgenuntersuchung, denn nur hier werden die Knochenzubildungen sichtbar.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt zunächst durch die Gabe von Entzündungshemmern, wie Equipalazone, Finadyne oder Apirel sowie Mitteln zur Regeneration der Knorpel (Hylartil, Adequan usw.). Hierbei ist allerdings zu beachten, dass bei längerer Anwendung unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können, v. a. Störungen des Verdauungsapparats, Magengeschwüre etc. Daher empfiehlt es sich, längerfristig auf Alternativen aus der Natur zurückzugreifen. Bestimmte Kräutersorten haben sich bei der Anwendung gegen Arthrose schon als sehr wirkungsvoll erwiesen: Löwenzahn regt den gesamten Stoffwechsel an, Brennnesseln sind sehr mineralstoffreich, Mädesüßblätter wirken entzündungshemmend und auch die Teufelskralle erzielte in Versuchen ähnlich gute entzündungshemmende und schmerzlindernde Resultate wie Phenylbutazon. All diese Kräuter finden sich zum Beispiel in den Kräutermischungen Fit und Aktiv sowie Gelenk-Power Extra wieder. Diese Kräutermischungen haben also eine entzündungslindernde und heilungsfördernde Wirkung und tragen somit dazu bei, die Arbeitsfreude und Leistungsfähigkeit der Pferde zu fördern.
Außerdem ist eine strenge Ruhephase anzuordnen.
Bei der Gelenkschale sollte in Erwägung gezogen werden, die Gelenkspalte zu verfüllen, um eine Versteifung auszulösen, denn so wird dem Pferd der Schmerz genommen. Eine Heilung von Schale ist leider nur sehr selten möglich.