Spat
Spat ist die häufigste Lahmheitsursache der Hinterhand. Die dort befindlichen Sprunggelenke bestehen aus einem großen Gelenk und mehreren kleinen darunter liegenden Gelenken. Bei Spat handelt sich um eine Entzündung der kleinen Gelenke, die bereits durch geringe Verletzungen, Stöße etc. ausgelöst werden kann.Ursachen
Es gibt verschiedene Ursachen, die Spat auslösen können. Fordert der Reiter zu schnell eine zu starke Versammlung oder setzt sein Pferd übertrieben auf die Hinterhand führt dies zu einer Überbelastung.
Aber auch eine mangelnde Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen oder Nährstoffen bei der Aufzucht sowie ein unkorrekter Beschlag können zu Spat führen.
Symptome
Spat äußert sich zumeist in einer Lahmheit der Hinterhand, die meist nach einer Einlaufphase wieder verschwindet. Die Muskeln am Rücken sind verspannt, die Schritte verkürzen sich, das Pferd gibt nur noch ungern den Huf und schont das kranke Bein im Stehen. Zumeist treten diese Symptome verstärkt bei kaltem und nassem Wetter auf.
Verlauf
Spat verläuft schleichend und chronisch-degenerativ. Anfangs ist nur die Knorpelschicht betroffen. Diese ist normalerweise weiß-blau gefärbt und glänzt. Im Laufe der Krankheit verfärbt sie sich aber zunächst grau, dann gelb und verliert auch ihren Glanz. Die Knorpeloberfläche beginnt aufzufasern bis sie sich vollständig aufgelöst hat. Hierauf reagiert der Körper mit Knorpelzubildungen.
Häufig führt dieser Vorgang auch zu entzündlichen Prozessen im Gelenk, Knochen und Knochenhaut, die auch chronisch werden können.
Diagnose
Zur Diagnose von Spat ist immer eine klinische Untersuchung notwendig. Es erfolgt eine Vorstellung des Pferdes aus der Ruhe heraus im Schritt und im Trab. Auch kann eine Beugeprobe des Sprunggelenks erfolgen, die sog. Spatprobe. Das Pferd muss sofort nach dem Loslassen antraben, hat es Spat, so lahmt es in den ersten Schritten verstärkt.
Außerdem ist eine Anästhesie des Sprunggelenks möglich. Geht das Pferd danach lahmfrei, so liegt der Herd des Problems im Sprunggelenk.
Eine weitere Möglichkeit ist Röntgen, wobei hier zu beachten ist, dass in der Anfangsphase oft noch keine sichtbaren Veränderungen vorhanden sind und Spat oft nicht erkannt wird. Bei der Diagnoseuntersuchung sollten immer beide Hinterbeine begutachtet werden, denn meist sind sie auch beide betroffen.
Behandlung
Bei den Behandlungsmöglichkeiten unterscheidet man zwischen der konservativen und der operativen Behandlung.
Konservative Behandlung
Hier werden zunächst Medikamente verabreicht. Besonders wichtig sind Entzündungshemmer, wie Equipalazone, Finadyne oder Apirel sowie Mittel zur Regeneration der Knorpel (Hylartil, Adequan usw.). Hierbei ist allerdings zu beachten, dass bei längerer Anwendung unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können, v. a. Störungen des Verdauungsapparats, Magengeschwüre etc.
Nebenbei sollte ein orthopädischer Beschlag in Erwägung gezogen werden. Die Hufe sind steiler zu stellen, da das Pferd zur Entlastung gerne mit der Hufspitze auffußt. Weil eine freie Zehe das Abrollen erleichtert, sollte auch eine starke Zehenrichtung angeraspelt werden. Die Trachten nicht kürzen, damit die Hufe steiler stehen.
Operative Behandlung
Hier gibt es wiederum unterschiedliche Vorgehensweisen:
- Durchtrennung der Spatsehne (Tenotomie)
- Durchtrennung der Nerven, die den erkrankten Bereich versorgen (Neurektomie)
- Eine künstliche Versteifung des Gelenks (Arthrodese), um den Schmerz zu lindern
Zur dauerhaften Behandlung empfiehlt es sich, auf Alternativen aus der Natur zurückzugreifen. Bestimmte Kräutersorten haben sich bei der Anwendung gegen Arthrose schon als sehr wirkungsvoll erwiesen: Löwenzahn regt den gesamten Stoffwechsel an, Brennnesseln sind sehr mineralstoffreich, Mädesüßblätter wirken entzündungshemmend und auch die Teufelskralle erzielte in Versuchen ähnlich gute entzündungshemmende und schmerzlindernde Resultate wie Phenylbutazon. All diese Kräuter finden sich zum Beispiel in den Kräutermischungen Fit und Aktiv sowie Gelenk-Power Extra wieder. Diese Kräutermischungen haben also eine entzündungslindernde und heilungsfördernde Wirkung und tragen somit dazu bei, die Arbeitsfreude und Leistungsfähigkeit der Pferde zu fördern.
Wichtig ist aber immer eine gleichmäßige Bewegung und gezielte Gymnastizierung. Überbelastungen sollten stets vermieden werden.